Bahnrennen
Pfeilschnelle Schönheiten
Windhunde wurden ursprünglich für die Hetzjagd gezüchtet. Diese traditionelle (in Deutschland erfreulicherweise verbotene) Form der Jagd erfordert, dass die Hetzhunde bisweilen stundenlang hinter ihrer Beute herjagen, bis diese letztendlich vor Erschöpfung zusammenbricht. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, über was für eine außerordentliche Kondition und Laufbereitschaft Hetzhunde verfügen müssen. Hierzulande werden Windhunde selbstverständlich nicht für die Hetzjagd eingesetzt. Der außergewöhnliche Bewegunsdrang liegt ihnen dennoch im Blut. Ein Windhundebesitzer muss folglich nach Möglichkeiten suchen, die seinem Vierbeiner gestatten, seine unbändige Lauffreude zu befriedigen. Ein großräumig angelegter Garten und kleinere Spaziergänge reichen nicht aus. Windhunde benötigen wesentlich mehr Bewegung als viele andere Hunde. Ausgedehnte Fahrradtouren, Wanderungen und regelmäßiges ausgelassenes Spielen mit anderen Artgenossen kommen den Bedürfnissen eines Hetzjägers schon eher entgegen.
Bahnrennen
Es gibt noch weitere Alternativen, die durchaus eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für einen unterforderten Windhund darstellen. Der Deutsche Windhundezucht- und Rennverband e.V. (DWZRV, Tel.: 0 51 29/ 89 19, Fax: 0 51 29/ 88 10) organisiert regelmäßig Hunderennen, die keinem kommerziellen Zweck unterliegen. Diese Rennen sind nicht mit kommerziellen Veranstaltungen zu vergleichen: In Irland, Spanien und den USA sind Windhunderennen zu Recht in Verruf geraten. Wo nur noch das Geld zählt, werden Tiere hemmungslos verheizt und ausgebeutet. Die hier beschriebenen Bahnrennen haben nichts mit diesem skrupellosen Renngeschäft zu tun. Von April bis Oktober ist in Deutschland Rennsaison: Fast jedes Wochenende gibt es irgendwo eine Veranstaltung, auf der Windhunde nach Herzenslust hinter einem (leblosen!) Beuteobjekt herjagen dürfen. Solange der Spaß im Vordergrund steht, sind solche Rennen eine tolle Freizeitbeschäftigung. Allerdings sollte kein falscher Ehrgeiz aufkommen. Verbissenheit und Zwang sind keine hundefreundlichen Triebfedern.
Der Trainingsaufbau
Natürlich sollte ein Windhund niemals unvorbereitet auf die Rennbahn geschickt werden. Er muss sich erst einmal an die aufregende Atmosphäre gewöhnen, was sich am besten bewerkstelligen läßt, indem man mit dem jungen Vierbeiner mehrfach Rennveranstaltungen aufsucht. (Natürlich ohne ihn starten zu lassen! Ein Windhund sollte ausgewachsen sein, bevor man ihn auf die Bahn schickt. Ansonsten kann es zu schwerwiegenden Bänder- und Sehnenschädigungen kommen.) In den Zuschauerrängen kann der Windhund Rennluft schnuppern und sich in aller Ruhe orientieren. Auch der Start aus speziellen Boxen erfordert einige Übung. Auf manche Hunde wirken die Startboxen anfangs unheimlich und man sollte sie mit Geduld und Ruhe an das Start-Prozedere heranführen. Der Deutsche Windhundezucht- und Rennverband e.V. informiert Interessenten über Trainingsmöglichkeiten.
