Wasserarbeit
Viele Neufundländer und Landseer haben eine große Affinität zu Wasser. In der Vergangenheit setzte man diese Rassen zur Rettung Schiffsbrüchiger und zum Hereinziehen von Fischerbooten ein. Da diese Aufgaben inzwischen von anderen übernommen wurden, bleibt für die imposanten Hunderiesen nicht mehr viel zu tun. Und dennoch kann man es seinem Vierbeiner ermöglichen, dem nassen Element zu fröhnen: mit Hilfe der Wasserarbeit!
Phase 1
Die erste Phase des Trainings besteht darin, dass der Hund lernt, anderen Vierbeinern in aller Ruhe bei der Wasserarbeit zuzusehen. Keinesfalls sollte man einen Neueinsteiger zwingen, ins Wasser zu gehen, wenn er es nicht von selbst anbietet. Das Beobachten der im Wasser arbeitenden Artgenossen weckt in vielen Hunden den Wunsch, ebenfalls ins kühle Nass zu springen.
Phase 2
Ist der Hund endlich im Wasser, gilt es, ihn dazu zu bringen, sich frei und selbstbewusst zu bewegen. Der Vierbeiner darf nicht unsicher wirken oder gar unkontrollierbar sein. Der Hundeführer schwimmt neben seinem Tier her und versucht, beruhigend auf es einzuwirken. Anfangs ist es sinnvoll, den Hund an der Leine zu halten, um seinen Schwimmstil zu korrigieren und die Lenkbarkeit des Vierbeiners zu erhöhen. Der Hund sollte beim Schwimmen einen möglichst geraden Rücken haben und nicht zu weit mit dem Hinterteil unter die Wasseroberfläche absinken. Eine falsche Haltung lässt den Hund schneller ermüden und ist bei der Arbeit von Nachteil. Als nächstes lernt der Wasser-Rettungshund den Befehl "Dreh ab!" zu befolgen. Der Schwimmer greift in das Spezialgeschirr des Hundes und läßt sich von ihm an Land ziehen. Verläuft die Übung erfolgreich, ist natürlich ein dickes Lob angesagt!
Phase 3
Das Apportieren von Gegenständen, der Befehl "Komm an Land!", eine zunehmende Kondition und die Rettung eines Menschen sind Bestandteil dieser Übungsphase. Der Apport erfolgt mit Spielzeugen und sogenannten "Wasserdummies", mit denen man auch die Kommandos "Nimm!", "Hol bzw. Bring an Land!" und "Aus!" trainiert. Sind die ersten Übungsschritte erfolgreich absolviert, begibt sich ein Schwimmer ins Wasser und simuliert mit Plantschen und Schreien eine Notsituation. Der Hund soll nun von selbst ins Wasser springen und die um Hilfe rufende Person an Land holen. Von Übung zu Übung vergrößert sich die Distanz zwischen Ufer und Schwimmer.
Höchstleistungen
Das Training für Fortgeschrittene umfasst das Anlandziehen von Schlauchbooten, die Rettung ganzer Menschengruppen und die Teamarbeit mehrerer Rettungshunde. Die Hunde sollen lernen, die Arbeit selbständig untereinander aufzuteilen. Auch das gefühlvolle Umfassen des Unterarms eines "Ertrinkenden" gehört zu den schwierigeren Übungen. Der Rettungshund muss den Arm ins Maul nehmen und den hilflosen Menschen, der sich nicht mehr aus eigener Kraft festhalten kann, ans sichere Ufer ziehen.
Nie Druck und Zwang anwenden!
Auch bei der Wasserarbeit sollte der Spaß stets im Vordergrund stehen. Kein Hund darf zu dieser Freizeitbeschäftigung gezwungen werden, da nur freiwillig mitarbeitende Vierbeiner auch wirklich gut werden und mit Freude bei der Sache sind. Das Training sollte unter Anleitung eines kompetenten Ausbilders vonstatten gehen und nicht von unerfahrenen Laien durchgeführt werden.
